FN vom 19.09.2013

„WAHLKARUSSELL“: Wahlkreiskandidaten stellten sich bei traditioneller Veranstaltung des Kreisjugendrings vor allem Jung- und Erstwählern vor

Das Wahlrecht unbedingt wahrnehmen

Von unserem Mitarbeiter Sebastian Schwarz

fn 19.09 © Sebastian Schwarz

TAUBERBISCHOFSHEIM. Zahlreiche Stände mit allerhand Flyern, Luftballons, Kugelschreibern und Süßigkeiten erwarteten die Besucher am Montag im Winfriedheim. Von unzähligen bunten Plakaten prangten knackige Slogans und fröhliche Gesichter. Klingt nach Wahlkampf – und das war es auch. Die farbenfrohe Dekoration bildete den Rahmen für das “Wahlkarussell” des Kreisjugendrings. Zahlreiche Jung- und Erstwähler waren an diesem Abend gekommen, um die Wahlkreiskandidaten und deren politische Vorstellungen an einmal näher kennenzulernen und sie mit Fragen zu löchern.

An der Diskussionsrunde nahmen teil: Alois Gerig (MdB, CDU), Ulrike Quoos (FDP), Dr. Dorothee Schlegel (SPD), Hans-Detlef Ott (Bündnis 90/Die Grünen) und Volker Bohn (Die Linke). Mit einem Stand vertreten waren außerdem die ödp und die Piraten, deren Kandidaten Herbert Alexander Gebhardt (ödp) und Susanna von Dewitz (Piraten) dort für Gespräche zur Verfügung standen.

Zu Beginn durfte jeder Kandidat sich und seine politischen Ziele kurz vorstellen. Hans-Detlef Ott von den Grünen erklärte, man müsse sich auch im ländlichen Raum um das Thema Landwirtschaft kümmern. “Es ist dort nicht alles so grün wie es aussieht”, sagte er.

Ulrike Quoos betonte, man müsse den ländlichen Raum weiter fördern und stärken. Für Sonntag wünschte sie sich eine möglichst hohe Wahlbeteiligung bei den Jungwählern. “Bitte gehen sie wählen”, so ihr Appell.

Ähnlich sah das auch Alois Gerig. “Es ist sehr wichtig, dass sie sich eine Meinung bilden und am Sonntag wählen gehen”, wandte er sich ans Publikum. Kritik übte er an den Grünen, die seiner Meinung nach die Landwirtschaft als neues Feindbild auserkoren haben.

Dorothee Schlegel betonte, sie wolle sich unter anderem für eine bessere Vereinbarkeit von Kindern und Beruf einsetzen. “Wir brauchen auch im ländlichen Raum eine gute Kinderbetreuung, damit eine berufliche Weiterbildung möglich ist”, so die Sozialdemokratin.

“Wenn sich die Starken nicht für die Schwachen einsetzen, wird unsere Gesellschaft zerstört”, zeigte sich Volker Bohn besorgt. Mit Blick auf den Sonntag empfahl er den Zuhörern, “Parteien zu wählen, die nach der Wahl auch für das stehen, was sie vorher gesagt haben”.

Anschließend galt es für die Kandidaten, ihre Multitasking-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Während sie ein Puzzle in Form des Landes Baden-Württemberg zusammensetzten, mussten sie die kniffligen Quizfragen von Moderator Alex Schuck beantworten. Der brachte die Kandidaten ganz schön ins Schwitzen, als er unter anderem wissen wollte, wer den Playboy gegründet hat, was sich hinter dem Kürzel F.A.Q. versteckt oder wie viele Einwohner die USA hat. Während es bei den Kandidaten mehr als einmal ratlose Gesichter gab, amüsierte sich das junge Publikum sichtlich. Für viel Heiterkeit sorgte auch das anschließende “Tabu”-Spiel, bei dem die Politiker jeweils mit einem Partner aus dem Publikum Begriff raten und erklären mussten.

Bei der abschließenden Fragerunde mussten sich die Politiker dann den zahlreichen Nachfragen der Jugendlichen stellen. Auf der Seele brannte den Anwesenden unter anderem die Frage, was die Politiker gegen die Spionage-Initiativen Prism und Tempora unternehmen wollen. “Daten sind Privatsache”, meinte Hans-Detlef Ott dazu. “Wenn Gesetze übertreten wurden, müssen die Amerikaner zur Verantwortung gezogen werden”, so Ott weiter.

Alois Gerig betonte, dass Geheimdienste im Kampf gegen den Terror dennoch nötig sein. “Aber wir müssen ihnen klare Regeln auferlegen”, so der Bundestagsabgeordnete. “Die Regierung hat die Pflicht, die Amerikaner in die Schranken zu weisen. Sie müssen das in Deutschland geltende Recht achten”, forderte Volker Bohn.

Redebedarf hatten die Zuhörer auch beim Thema Energiewende. “Wir brauchen eine schnelle Reform des EEG”, glaubte Dorothee Schlegel. “Ansonsten wird Energie ganz schnell zum Luxus”, verwies sie auf die steigende Zahl an Menschen, die ihre Stromrechnung kaum mehr zahlen könnten.

Für eine Reform des EEG plädierte auch Ulrike Quoos. Die Ausnahmeregelung für energieintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage verteidigte sie. “Gäbe es diese nicht, würden wir viele Arbeitsplätze verlieren”, befürchtete die Liberale.

Dass sie sich für politische Themen interessieren, zeigten die Jugendlichen daneben auch mit fachkundigen Fragen zu Themen wie dem Ausbau der A3 bei Wertheim und der Zukunft der Landwirtschaft in der Region.

Nach rund drei Stunden endete die Veranstaltung, die sicherlich dem einen oder anderen jungen Wähler bei der Wahlentscheidung geholfen hat.

Quelle: http://www.fnweb.de/region/main-tauber/tauberbischofsheim-konigheim-werbach/das-wahlrecht-unbedingt-wahrnehmen-1.1207782

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